Dienstag, 11. November 2008

Ein Ensemble sehr hoher und farbiger Wolkenkratzer

Als diese Zeichnung entstanden war, wurde mir bewußt, daß die Körpergliederung von Insekten als Anregung dienen kann, um hohe Gebäude zu entwickeln. Die Einschnürungen in den Bauvolumen erzeugen einen eigenartig interessanten Effekt. Dieses Ensemble aus Türmen, von denen drei sehr symmetrisch arrangiert wirken, läßt erahnen, welche Vielfalt in der Gestaltung von Wolkenkratzern erreichbar sein muß. Mich liessen diese Zeichnungen an sehr unterschiedliche Dinge erinnern. Mir waren in Indonesien an den Festtagen Fahnen begegnet, die mich sehr faszinierten. Sie waren an Bambusstangen befestigt worden, die sich je nach Dicke des Stangenabschnittes unterschiedlich krümmen. Die Einheimischen nützen diese Tatsache dazu, um Fahnentücher an diesen Stangen zu befestigen, die nach oben hin schmaler werden und zur Stange hin gerundet sind, da sich der immer dünner werdende Teil des Bambus biegt. Auf diese Weise entstehen schmale und hohe Fahnen, die lustig im Wind flattern und sehr festlich wirken. Sie werden paarweise an Wegen aufgestellt, sodaß sie sich gegenüberstehen. Zwei dieser Hochhäuser in dieser Zeichnung erinnerten mich daran. Der mittlere Turm wird von diesen Begleitbauten gerahmt.

Links und rechts von diesem Ensemble stehen Türme, die das Thema rund oder eckig im Formengut variieren. Die Bestrebung beim Zeichnen bestand darin, möglichst elementare und klare Einzelvolumen, die aufeinandergesetzt sind, zu zeichnen. Durch unterschiedliche Größen der Unterteilungen der jeweiligen Bauvolumen sollte Varietät der Fassadengliederung entstehen. Die starke Farbigkeit der Flächen war bewußt gewählt worden, um Farbakzente und Kontraste zu inszenieren. Ein schlichter Schlitz, als hohes Dreieck, sollte den Eingang in der Mitte des Ensembles andeuten. Die Glasflächen sind in einem speziellen Blauton eingefärbt. Die Anzahl der Geschoße sollte nicht ablesbar sein, was dazu führt, daß die Höhe dieser Wolkenkratzer niedriger erscheint. Nur an den Turmspitzen ist manchmal die Geschoßhöhe der Etagen erkennbar gemacht. Das läßt es zu, ungefähr darauf zu schließen, wie hoch solche Türme erdacht sind.

K.L.

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