Sonntag, 26. Oktober 2008

Wolkenkratzer mit Bäumen

Die Idee zu dieser Architekturzeichnung eines Wolkenkratzers entstand zunächst aufgrund der alten Lehre von der Dreigliederung eines Gebäudes, die auf der Säulenordnung beruht. Auf ein Postament folgt ein Säulenschaft, darüber liegt ein Kapitell. Wenn man diese Dreigliederung auf die gesamte Fassadengliederung eines Gebäudes ausdehnt, dann besteht unten der Sockel, darüber liegt der Mittelteil der Fassaden, danach kommt der Fassadenteil, der den Gebäudeabschluß zum Ausdruck bringen will. Diese Dreigliederung
war auch in den Hochhausbau übertragen worden. Adolf Loos hatte das bei einem Entwurf für ein Hochhaus für Chicago deutlich gemacht, indem er den Wolkenkratzer als riesige dorische Säule mit Kapitell darauf entwarf.

In dieser Zeichnung folgt auf einen eher rechtwinklig gehaltenen Sockel ein "Säulenschaft" mit organischen Bauformen. Darüber erhebt sich eine Plattform mit einer Überdachung als höchster Aussichtsterrasse. Die Kugeln versinnbildlichen Gewicht und Gegengewicht, da die Überdachung als eine begehbare Brücke erdacht ist. Die Kugeln sollen temporäre Aufenthalte bieten, um über die weitere Menschheitsentwicklung in aller Ruhe reflektieren zu können. Gedacht war an einen Aufenthaltsort für kreative Menschen.

Der Wohnturm ist nicht genau maßstäblich entwickelt worden, da durch diese Skizze eigentlich eine Suche nach neuen Hochhausformen vorgenommen wurde. Es ging mehr um die Entwicklung einer Programmatik, auf welchen Wegen weitergesucht werden sollte.

Betrachtet man Einzelheiten, so fällt ins Gewicht, daß es eine Rotationssymmetrie gibt. Arbeitet man mit ihr, ergeben sich seltsam raffinierte Möglichkeiten der Volumengliederung. Man kann diese Plastizität noch steigern. Das ließ sich in weiteren Skizzen feststellen. Die Frage stellt sich, ab wann der Hochhausbau überhaupt eine solche Entwicklung nehmen kann.

K.L.

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